Ein Baum von einem Tisch Tom Marcelis "Hout van je Stad"

Bei Hout van je Stad (Holz aus deiner Stadt) werden prächtige Möbel und Gebrauchsgegenstände aus Bäumen hergestellt, die früher in Wohnvierteln standen. Tom Marcelis erzählt die Geschichten hinter den Möbeln, die er baut.

Eine Ulme aus der Stadt

„Wir hatten eine Tischlerei und jemand fragte mich, ob ich einen Tisch aus Ulmenholz bauen könnte. Beim Holzhandel jedoch bekam ich nur Ulmenholz aus Frankreich. Und das, obwohl meines Wissens 80 Prozent der Bäume in Amsterdam Ulmen sind. Ich wollte also wissen, wo all das Ulmenholz aus Amsterdam landete.

Ich ging der Sache auf den Grund und kam zu einer städtischen Sammelstelle in Amsterdam, in der die Stiftung Stadshout (Stadtholz) ihren Sitz hatte. Dort kaufte ich meinen ersten Ulmenstamm aus der Stadt. Die Mitarbeiter wussten auch, dass diese Ulme aus dem Amstelpark stammte. Aus ihr habe ich die ersten Schneidebretter von Amsterdamer Holz gemacht: unsere ersten ‚Stadtbretter‘“.

„Wir arbeiten gerne mit Holz aus der Umgebung. Auch, weil es umweltfreundlicher ist. Bäume, die normalerweise zerkleinert oder im Handel verkauft werden, erhalten damit ein neues Leben."

Eine gute Geschichte

Danach ging es schnell. Inzwischen wird bei Hout van je Stad viel mehr als nur Schneidebretter hergestellt. So tischlerte das Team für Qurios einen Teil der Einrichtung im Clear Nature Cottage. Von ihm stammen die Wandvertäfelung und das prächtige Mosaikmuster aus Ulmenholz an den Wänden hinter den Betten. Es baute auch das Stockbett im Obergeschoss sowie den Tisch, an dem wir uns nun unterhalten. „Dieser Tisch wurde aus einer Esche aus dem Amsterdamse Bos gemacht. Wunderschönes Holz, doch man kann sehen, dass es wilder ist als das Holz, das man normalerweise von der Holzindustrie geliefert bekommt. Denn dort werden nur die besten Stücke verwendet, und der Rest weggeworfen. Ich finde es jedoch viel schöner, wenn man sehen kann, dass der Baum gelebt und er Verfärbungen und Astlöcher hat.

So kann man ablesen, wo der Baum stand. Das Holz eines Baums aus der Stadt, der in einer vielbefahrenen Straße mit wenig Platz wuchs, sieht viel rauer aus als dasjenige eines Baums aus dem Wald. Mir gefällt, dass man an einem Brett erkennen kann, was der Baum erlebt hat.“

Zirkulär bauen

„Wir arbeiten gerne mit Holz aus der Umgebung. Auch, weil es umweltfreundlicher ist. Bäume, die normalerweise zerkleinert oder im Handel verkauft werden, erhalten damit ein neues Leben. Außerdem musste das Holz keine große Distanz zurücklegen, um an seinen Zielort zu gelangen. Schönes Eschenholz ist wirklich nicht schlechter als beispielsweise russische oder polnische Eiche. Und in jeder Hinsicht ist diese Nutzung besser für die Umwelt.“

Auf jedem Tisch ein QR-Code

„Auf jeden Tisch, jedes Möbelstück oder auf die ‚Stadtbretter‘, die wir herstellen, brennen wir einen QR-Code. Für Qurios Zandvoort haben wir auch den Empfangstresen in der Rezeption gebaut. Auch darauf steht ein QR-Code. Scannt man diesen ein, dann weiß man genau, wo das Holz herkommt: wo der Baum stand, welche Holzsorte das ist und wie lange er dort lebte. So steckt in jedem Stück Holz eine ganze Geschichte.“